DIE WUNDERMAUER

für Menschen ab 7 Jahren


Vor langer Zeit lebte ein Volk nach dem Grundsatz: „Wohlergehen und Glück der Allgemeinheit bedeutet auch Wohlergehen und Glück des Einzelnen.“ Doch als der oberste Verwalter in hohem Alter starb, musste ein Nachfolger gewählt werden. Das Volk versammelte sich, um sich zu beratschlagen. „Wenn der Klügste und Beste des Volkes nach seinem Willen herrscht, ist das immer das Beste? Und wie sollen wir den Klügsten und Besten erkennen?"

Die Wundermauer beschäftigt sich auf humorvolle Art mit ganz wesentlichen Fragen. Sollen alle gemeinsam bestimmen oder soll ein Einziger das Sagen haben? Dieser Frage geht die Autorin Hermynia zur Mühlen in ihrem Märchen auf den Grund.
Gut, wenn dieser Einzige gerecht und weise ist, erzählt sie uns. Aber auch, was geschehen kann, wenn er es ganz und gar nicht ist.

Mit viel Spaß am Erzählen berichtet der Spieler Marko Werner von einem Volk, das lernen muss, was wirklich wichtig ist, und von dem Kind, das mit unverstelltem Blick das Geheimnis der Wundermauer durchschaut.

PREMIERE: 17. April 2015, HELIOS Theater

Dauer: ca. 40 Minuten

Aktuelle Spieltermine

ENSEMBLE

Erzähler/Spieler: Marko Werner
Regie: Michael Lurse
Musik:
Roman D. Metzner
Assistenz:
Dorit Neumann

Pressestimmen

"Die guten Zeiten hat es mal gegeben, als alle Güter fürs Gemeinwohl da waren, für Essen und Trinken, Kleiden und Wohnen. Diese Sehnsucht humaner Existenz greift das Helios-Theater in Hamm mit seiner Bearbeitung des Märchens „Die Wundermauer“ von Hermynia zur Mühlen (1883–1952) auf. […]

Michael Lurse legt in seiner Inszenierung Wert auf den erzählerischen Grundton, der auf den Diskurs in Hermynia zur Mühlens Geschichte abhebt. Was passiert nach dem Tod des Verwalters? Ist sein Rat zwingend oder kommen von außen bessere Konzepte? Marko Werner zieht zwei rote Handschuhe zu sich und streift sie über. Er stützt sein Kinn in eine Hand, und erweckt als der Fuchsgesichtige die Illusion vom Klügsten und Besten. Aber wie ist der Klügste zu erkennen, fragt ein Junge, und Marko Werner bedeutet mit offenen Armen Verständnis für diese Skepsis. Dass ein „König“ gewählt wird, ist schnell als Fehler stigmatisiert, denn dem dusseligen Herrscher hängt die Krone auf der Nase. Sein Egoismus und seine Habgier führen dazu, dass er die Produkte hinter Glas setzt, sie den Menschen vorenthält. Dieser Trick erweckt eine Begehrlichkeit, die über den Bedarf, welche Dinge brauche ich, hinaus geht.

Michael Lurse, der die Geschichte nachbearbeitet hat, setzt dramaturgische Mittel maßvoll ein. Ein Schattenspiel zweier Hände ist so beredt wie die Ansprache des Fuchsgesichtigen als durchtriebene Figur mit dunklem Schlagschatten. Mit dem Glas, das die wundersame Wirkung hat, berührt der Erzähler/Darsteller einige Kinder und fokussiert so die Aufmerksamkeit auf das alltägliche Material. Marko Werner steht auf („Kinder sind wichtig für uns“) und quasselt hinter der Scheibe zur Eröffnung einer Glasfabrik. Ein Effekt und ein Monitorbild, die Medienwirklichkeit berühren.

Authentischer fühlt sich das Spiel an, wenn ein Stein angefasst wird, der schon bald über der Scheibe schwebt und die „Wundermauer“ sprengt. Hier gewinnen nicht nur die Bühnenkinder, sondern das Theater ordnet auch seine Mittel als wahrhaft lebensnahe Erzählkunst."

Westfälischer Anzeiger, 17. April 2015 von Achim Lettmann