GEGENÜBER

für alle ab 4 Jahren

Da ist der Eine und der Andere – zwei Menschen. Sie machen die gleichen Bewegungen, sprechen die gleichen Worte, reibungslos und im Einklang miteinander. So könnte es ewig weitergehen. Doch dann weicht der eine ab, verfolgt ein eigenes Tempo. Mit Absicht? Aus Versehen?

Der Platz des anderen ist plötzlich zur falschen Zeit besetzt. Aus dem freundlichen Ritual werden rigorose Regeln. „Da kannst du nicht lang gehen!“ – „Warum?“ – „Darum! … Und darum auch nicht.“

Mit überraschenden Videoprojektionen, humorvollen Rhythmen und spielerischen Texten behandelt das HELIOS Theater in seinem neuesten Stück Fragen menschlicher Begegnung. Ein Thema, das Vierjährige genauso beschäftigt wie ihre Eltern und Großeltern.

Regisseurin Barbara Kölling bringt das präzise Spiel von Michael Lurse und Marko Werner mit Video und Text zu einer vielschichtigen Inszenierung zusammen. „GEGENÜBER“ ist eine Zusammenarbeit mit dem Autor Steffen Moor und der bildenden Künstlerin Alexandra Dementieva (Brüssel/New York), die sich seit Jahren sozialpsychologischen Fragestellungen befasst.


Premiere: Samstag, den 23. September 2017 um 17 Uhr

Dauer: ca. 40 min

Aktuelle Spieltermine

Ensemble

Spiel: Marko Werner, Michael Lurse
Inszenierung:
Barbara Kölling
Videokonzept: 
Alexandra Dementieva
Texte: 
Steffen Moor
Assistenz: Laura Frölich

Pressestimmen

Wie Menschen sich begegnen – Helios Theater startet mit „Gegenüber“

Hamm. Die Spielzeit 2017/2018 beginnt im Helios Theater mit der neuen Produktion „Gegenüber“, einem Theaterstück von etwa 40 Minuten Länge für Menschen ab vier Jahren. Am Samstag feierte das Stück Premiere.

Überraschende Videoprojektionen, rhythmische Texte und sich wie ein Ritual wiederholende Bewegungen – Kinder und Erwachsene gehen mit „Gegenüber“ auf einen humorvoll-philosophische Reise zu grundlegenden Fragen menschlicher Begegnung.

Während manch Erwachsener mit fragendem Blick da saß, gingen die Kinder vollkommen unvoreingenommen an die Sache heran und beobachteten fasziniert, was sich auf der recht karg eingerichteten Bühne tat. Wie aus einem synchronen Gleichschritt ein leichter Verzug, ein Innehalten, ein Zweifel und ein Hinterfragen wird. „Du darfst da lang. Hier lang darfst du nicht!“ – „Warum?“ – „Darum!“ Die Harmonie weicht schleichend der Konfrontation. Fast sind die beiden Protagonisten Michael Lurse und Marko Werner komplett entzweit, als sie merken, dass die Gemeinsamkeit doch auch etwas Schönes, Verlässliches hatte. Und so nähern sie sich einander vorsichtig wieder an, jedoch ohne ihre Identität und ihre Eigenarten aufzugeben. Diese Interpretation ist eine Möglichkeit, sich mit dem Stück auseinanderzusetzen, doch sind die Zuschauer durch die Art und Weise der Inszenierung frei in ihrer Deutung und Wertung.

„Gegenüber“ ist eine Zusammenarbeit mit der in Brüssel und New York lebenden bildenden Künstlerin Alexandra Dementieva, die bereits 2011 an der Helios-Produktion „Hinter den Spiegeln“ beteiligt war. Dementieva beschäftigt sich in ihren Videoinstallationen seit vielen Jahren mit Fragestellungen der Sozialpsychologie. Ebenfalls zum zweiten Mal ist Steffen Moor als Autor mit dabei: Nach der ruandisch-deutschen Koproduktion „Our House“ (2016) hat er nun den Text für „Gegenüber“ geschrieben. Darin komponiert er die Worte klangvoll zu einem spielerischen Dialog. Ein mit voller Überzeugung und Ernsthaftigkeit vorgetragenes „Ich häkel mir aus Packpapier ein Gürteltier…“ sorgte bei Groß und Klein für spontane Heiterkeitsausbrüche.

Temporeiche Wortwechsel

Für Michael Lurse und Marko Werner ist „Gegenüber“ bereits die sechste Produktion, in der sie gemeinsam auf der Bühne stehen. Die beiden sind ein eingespieltes Team und stürzen sich lustvoll in temporeiche Wortwechsel und präzise synchronisierte Bewegungsabläufe. Bewundernswert ist dabei, wie intensiv und glaubwürdig sie ihre Rollen spielen. Regisseurin Barbara Kölling bringt die verschiedenen Kunstformen zu einer dichten und vielschichtigen Theaterinszenierung über gegenseitige Wahrnehmung und menschliche Begegnung zusammen.

Gefördert wird die Produktion vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kunststiftung NRW sowie im EU-Programm „Creative Europe“ über das europäische Austauschprojekt „small size – wide eyes“. […]

von Sabine Begett, Westfälischer Anzeiger, 25. September 2017

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