KinderTheaterHäuser

Symposium, 2004

Ein Resümee

"Kinderzeit - schönste Zeit?", mit diesem Titel überschrieb das HELIOS Theater seine Theateraktivitäten in der Region Hellweg im Jahr 2003.
Wie bereits in den Jahren zuvor konnte das Ensemble durch die Förderung der regionalen Kulturpolitik des Landes in sechs verschiedenen Städten der Region Akzente mit dem Theater für ein junges Publikum setzen.

Ein Höhepunkt der Aktivitäten war im Stadttheater Lippstadt zu erleben, vom 17.-19. Januar 2004 versammelte das HELIOS Theater dort Theatermacher*innen aus ganz Europa. "KinderTheaterHäuser" lautete der Titel eines 3-tägigen Symposiums und der Anlass für dieses Treffen war sehr konkret: Das HELIOS Theater sollte im kommenden Sommer im ehemaligen Eilpostschuppen am Hauptbahnhof Hamm seine Spielstätte beziehen, die zu dieser Zeit insbesondere für Kinder und Jugendliche konzipiert wurde.
Rund 50 Teilnehmer*innen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich trafen sich zu einem intensiven Erfahrungsaustausch mit Gästen aus Dänemark, Italien, Frankreich und Polen. Es war ein erstes Symposium dieser Art in Deutschland und neben Aufführungen der vier eingeladenen Theater standen vor allem die Befragungen der Theater nach Konzept und Erfahrung mit ihren "Häusern" und der Arbeit in der Stadt, in der Region im Mittelpunkt des Interesses.

Schon im Eröffnungsvortrag von Dr. Gerd Taube, dem Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums der BRD in Frankfurt, wurde klar, dass der Theaterraum für ein junges Publikum spezifische Anforderungen an die Konzeption eines solchen Raumes stellt. Das Kind als "Zuschauspieler" steht in direktem Bezug zum Bühnengeschehen und dieser Beziehung wird z.B. der flexible Bühnenraum grundsätzlich eher gerecht als ein frontal ausgerichteter. Also gilt es bei der Planung eines Theaterhauses für Kinder- und Jugendliche die Erfahrungen der Theatermacher*innen mit einzubeziehen. Doch ein Theaterhaus ist mehr als nur der Bühnenraum. Auch das Gesamtgebäude, das Foyer und die Außendarstellung machen es zu einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche Theater auf besondere Weise erfahren können.

Die Beispiele und Konzepte aus den europäischen Ländern und aus Deutschland, die auf dem Symposium vorgestellt wurden, spiegelten die grundsätzlichen Haltungen zur ästhetischen Bildung in den verschiedenen Ländern wider. Deutlich wurde, wie wesentlich die Rahmenbedingungen, die durch das Interesse einer Stadt, einer Region und eines Landes geschaffen werden, zu den Gestaltungsmöglichkeiten eines TheaterHauses beitragen.

Nach drei Tagen gab es in der Schlussrunde viel Lob von den Symposiumsteilnehmer*innen für das HELIOS Theater. Der Austausch über das Theater für Kinder und Jugendliche und seine räumlichen Bedingungen gab Gedankenanstöße für das eigene Theater und machte deutlich, wie wichtig es ist, mit Bewusstsein und einer klaren Haltung gegenüber dem Publikum die Gestaltung von Theaterräumen vorzunehmen.